TV Büttelborn bietet Psychomotorikgruppe an

Gesundheitssport

Das Groß-Gerauer Echo berichtet in seiner Ausgabe vom 20. Februar 2015 über die Psychomotorikgruppe des TVB: Durch Bewegung und Spiele die eigenen Fähigkeiten entdecken und Selbstvertrauen sowie soziale Fähigkeiten erwerben – darum geht es in einem neuen Kursangebot im Bereich Gesundheitssport, das der Turnverein für Kinder bis zum Ende des Grundschulalters macht.

Vier Jungen und ein Mädchen im Vorschulalter balancieren im Spiegelsaal des Turnvereins über eine umgedrehte Bank, hüpfen munter vom Trampolin auf eine dicke Matte und strecken voller Neugier ihre Hände in eine Fühlbox, in der ein Schaffell, ein Buch, ein Teddy und Gummistiefel versteckt sind. Beim anschließenden Schreiten mit geschlossenen Augen über einen Barfußpfad, gespickt mit Tennisbällen, Fellen oder Steinen, werden taktile Erfahrungen gesammelt.
Seit einem halben Jahr gibt es beim TV Büttelborn im Bereich Gesundheitssport eine Psychomotorikgruppe, die von der staatlich anerkannten Ergotherapeutin mit Zusatzqualifikation, Johanna Petri, geleitet wird. Das Angebot richtet sich an Kinder im Vorschul- wie auch im Grundschulalter. Johanna Petri möchte damit alle Kinder ansprechen, insbesondere aber jene, die beim motorischen Spiel unsicher sind, die Angst vor Bewegungsanforderungen haben, übergewichtig sind und sich dadurch schwertun in anderen Turngruppen, oder aber auch Kinder, die von Medien überhäuft sind und den Spaß an der Bewegung verloren haben.
Der fünf Jahre alte Bjarne genießt die Turnstunde. Ehe er zu Johanna Petri kam, turnte er in einer anderen Gruppe, verlor aber die Freude daran, weil ihm diese zu groß war. Jetzt gefalle es ihm viel besser, berichtete seine Mutter Manuela Weis, die das psychomotorische Turnen als gute Ergänzung zu Logopädie und Ergotherapie sieht.

„In der Psychomotorikgruppe sollen Kinder eigene Fähigkeiten entdecken, das Gefühl für den eigenen Körper erleben und die Chance erhalten, ihre Umwelt anhand ihrer Sinne zu erfahren“, erklärt Johanna Petri das Ziel der jeweils zehn Kursstunden, die von maximal sechs Kindern besucht werden können. Sie habe festgestellt, dass bewegungsauffällige Kinder oft auch Lernschwächen hätten, sagt Petri. Spielerisch geschult werden daher verschiedene Fähigkeiten, etwa Grob- und Feinmotorik, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, soziale Interaktion und Handlungsplanung. Dies geschieht im Kurs schon zu Beginn der Stunde, wenn die Kinder beim Geräteaufbau mit anpacken dürfen.
Wichtig seien auch das Erlernen von Regeln für die Kursstunde und die „Hausaufgaben“, die Johanna Petri in jeder Stunde aufgibt. Sei es, dass die Kinder zu Hause den Tisch decken und sich dabei Gedanken machen sollen, was alles dazu gehört, oder auch das Übernehmen von Aufgaben wie Blumengießen. Dadurch werde die motorische und kognitive Wahrnehmungsentwicklung stabilisiert und Selbstvertrauen, Erlebnisfreude, Mut, Problemlösung und Handlungsintelligenz würden gefördert, so Petri. Kinder müssten ihre Umwelt im direkten Sinn begreifen, sie mit Händen, Körper, Augen und Ohren erfassen, um Erfahrungen in abstrakte Begriffe umzuwandeln. Viele Auffälligkeiten seien durch Erfahrungsmangel begründet und gar nicht in einer tatsächlichen Störung, gibt Petri zu bedenken.

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