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BBF geht mit vier rasanten Shows in Rente

TORNHALL, 30.11.2019 "Macht’s guuut“ schallte es immer wieder durch die Tornhall des TV Büttelborn. Aus den Kehlen der BBF-Singers, aber auch der 260 Gäste. Ein stimmungsvoller und emotionaler Abschluss von 25 Jahren Büttelborner Brivat Fernsehen. Zur Beatles-Melodie „Hey Jude“ endeten die vier Auftritte der Comedy-Gruppe, die sich mit dem Programm „Her‘ mer uff“ von ihren Fans und von der Bühne verabschiedete. Am Samstag wollte der Gesang gar nicht mehr aufhören, ehe dann ein ultimatives Gruppenfoto den Schlusspunkt hinter knapp drei Stunden rasanter Multimedia-Comedy, aber auch hinter ein Vierteljahrhundert Showtime mit insgesamt 18 Programmen setzte.

In allein 60 Rollen mit 81 Umziehaktionen schlüpften die sechs Bühnenakteure im letzten Stück, das wieder Comedy der lokalsten Art bot, ohne dabei den kritischen und satirischen Blick auf das Weltgeschehen auszulassen. Zu den Höhepunkten zählte eine Südhessen-Tour von Christian Döring, der auch kreative Führungskraft der Gruppe ist. In rasanter Wortspielerei ging es vorbei an Orten wie Nordic-Walkings City, also Stockstadt, oder dem Ort mit der höchsten Populationsdichte der Region, also Segmüller. Visualisiert auf einer 15 Quadratmeter großen Videowall, die der technische Star der Abende war.

Dort waren im Laufe des Abends auch die drei Bürgermeister der BBF-Ära zu sehen. Horst Gölzenleuchter etwa warb in Anlehnung an einen aktuellen Matratzen Werbespot: „Die jemals am besten getestete Glatze kostet 1,99 Euro“. Was der mit gleicher „Frisur“ ausgestattete Daniel Döring mit dem markanten „Nee, nee, nee…“ beantwortete.

In einem anderen Einspieler servierte der aktuelle Amtsträger Markus Merkel einem auf der Fernsehcouch sitzenden Pärchen ein Bier. Petra Döring und Tim Engesser blickten von dort auf 25 BBF-Jahre, die auf der Bühne von Alex, Daniel, Udo und Christian Döring sowie Claudia und Peter Engesser szenisch umgesetzt wurden. Etwa in Zeiten, als in Büttelborn die Verkehrskreisel und die ersten Tennisplätze gebaut wurden. „Was für ein elitärer Kram. Wenn wir damit erst mal anfangen, wollen wahrscheinlich die Worfelder irgendwann einen Golfplatz“, philosophierten Bauarbeiter, die das alles so utopisch fanden, „wie wenn eine Frau Bundeskanzler wird“ und dann womöglich auch noch „ein Büttelborner Bürgermeister den gleichen Nachnamen wie die Bundeskanzlerin hat“. Alles längst eingetreten und entsprechend vom Publikum begeistert beklatscht und belacht wie auch Dialoge zwischen der Putzfrau und einem im BBF-Lager hausenden Teufel, beziehungsweise zwischen „Assistant Manager for cleaning and wisching“ und „ Chief Executive Officer for Fire and Flamme“. Wobei das Lager als raffiniertes Bühnenbild in vielen Wochen Handarbeit aufgebaut worden war von Peter und Rainer Engesser, der auch den technischen Ablauf der Show steuerte. Ihm zur Seite die Ton- und Lichtexperten Fred Jung und Daniel Ernst.

Zwischen schrägen Auftritten von Figuren wie Schönheitschirurg Dr. Dodefo, Hamlett und Kotlett, einem Elvis samt Pflegerin und zwei Brexit-Touristen („als ich das zum ersten Mal gehörte habe, dachte ich, das wäre Katzenfutter) sorgten Ralf Baitinger, Fred Kraus und Toby Toal für musikalische Höhepunkte. Aber auch für sentimentale Momente, die manchem BBF-Fans die Tränen in die Augen trieben. So erfolgte der erste Abgang der Akteure zur Melodie von „Sound of silence“, aber freilich mit eigens zugeschnittenen Text. Es keimte im Publikum noch einmal kurz Hoffnung auf, als im „Amt für BBF-Rentner“ der zuständige Beamte fragte, ob die Gruppe nicht doch weitermachen wolle. Die bittersüße Pointe war aber ein gemeinsames „Nee, nee, nee…“.

BBF sagt DANKE an alle Fans und Unterstützer

"Büttelborn verliert den weltbesten Sender". Nur einer der vielen bedauernden Einträge im letzten Gästebuch von BBF. Der Büttelborner Brivat Fernsehen hat mit der Show "Her' mer uff" den Sendebetrieb eingestellt. Nach einem Vierteljahrhundert, in dem die aus der gemeinsamen Tennisabteilung von SKV und TV hervorgegangene Comedy-Gruppe zu einem kultigen Teil des kulturellen Lebens in Büttelborn gewachsen ist. "Danke für großes Kino, herrliche Wortspiele, wahnsinnig lustige Dialoge und hervorragende Tänze" schrieben andere Gäste der Abschiedsvorstellung. BBF möchte aber nicht gehen, ohne DANKE zu sagen. An die im Laufe der Jahre immer mehr gewordenen Fans, ohne deren Treue und Begeisterung die stimmungsvollen Abende nie möglich gewesen wären. An all die vielen Helfer, die sich hinter und neben den Kulissen mindestens genauso reingehängt haben wie die Gruppe selbst. An die Metzgerei Feldmann, die in all den Jahren immer ein köstliches Buffet zur Einstimmung auf die Show serviert hat. Und vor allem an den TV Büttelborn, der ganz selbstverständlich die Tornhall so hergerichtet und für oft viele Tage bereit hergerichtet hat, dass wir in aller Ruhe einziehen, leben und agieren konnten ... in unserem Wohnzimmer, das wir mit Sicherheit auch vermissen werden.